Wundbeläge
Um den Erfolg der Behandlung und des Wundmanagements im Allgemeinen zu sichern, muss man die verschiedenen Wundbeläge (wie losen oder haftenden Fibrinbelag) kennen. Diese Beläge können den Heilungsprozess erheblich beeinflussen, und ihre Erkennung ist der erste Schritt für ein angemessenes Debridement.
Avitales Gewebe

Verwendung der Fotos mit
freundlicher Genehmigung des Patienten
Gewebe, das seine normale physiologische Funktion verloren hat und nicht mehr lebensfähig (vital) ist = nekrotisches Gewebe, Zelltrümmer oder Fibrinbelag1
Hindernis für die Wundheilung1:
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- Reduziert die antimikrobielle Wirksamkeit
- Behindert die Migration gesunder Zellen
- Beeinträchtigt den Wundheilungsverlauf
- Quelle mikrobieller Belastung:
– Fördert die mikrobielle Adhäsion
–  Schafft ein hypoxisches Milieu, das das Wachstum von Mikroorganismen begünstigt
–  Nährstoffreiche Umgebung
Was ist Fibrinbelag?
- Schicht aus avitalem Gewebe, die die Wundheilung beeinträchtigen kann2
- Komplexe Ansammlung von Exsudatproteinen, abgebauten Proteinen aus der extrazellulären Matrix, Leukozyten und Mikroorganismen2
- Kann sowohl bei akuten als auch chronischen Wunden auftreten. Bei akuten Wunden lässt er sich meist leicht entfernen. Bei chronischen Wunden kann er mit Entzündungen, Infektionen oder Biofilm assoziiert sein2
- Unterschiedliche Farbe (cremefarben, gelb, gräulich, bräunlich)2
- Lose oder fest anhaftend2
Loser Fibrinbelag
- Feucht, gelb, weißlich
- Abgestorbenes Gewebe, Zelltrümmer
- Debridement: verschiedene Möglichkeiten, einschließlich mechanisches Debridement2
Hinweis: Mit der weichen, weißen Seite von Debrisoft® lassen sich Zelltrümmer und Exsudat einfach entfernen und aufnehmen


Fest anhaftender Fibrinbelag
- Dick, trocken, gelb, bräunlich
- Große Mengen können mit einer Infektion oder Entzündung in Zusammenhang stehen
- Muss entfernt werden
- Debridement: verschiedene Möglichkeiten, einschließlich mechanisches Debridement2
Hinweis: Fest haftender Fibrinbelag kann durch die raue Seite von Debrisoft® Duo gelöst werden
Was ist nekrotisches Gewebe?
Nekrose bezeichnet den Gewebeuntergang in einem bestimmten Bereich, verursacht durch Faktoren wie Infektionen, Durchblutungsmangel (Ischämie), Verletzungen, Verbrennungen oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Nekrotisches Gewebe haftet in der Regel am Wundbett.1
Trockene Nekrose
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- Kann schwarz oder bräunlich erscheinen
- In der Regel keine Infektion
- Debridement: trockene Nekrosen sollten in der Regel nicht debridiert werden1
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Feuchte Nekrose
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- Möglicherweise feucht, geschwollen, verfärbt
- Hohes Infektionsrisiko
- Debridement: mechanisch
Ein Debridement kann angewendet werden1
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Wie werden Wundbeläge beurteilt?

- Vor dem Debridement ist eine umfassende Wunddiagnostik erforderlich. Diese umfasst unter anderem Begleiterkrankungen sowie patientenbezogene, soziale und umweltbedingte Faktoren1
- Diese Beurteilung entscheidet darüber, ob ein Debridement sicher ist und welche Methode sich am besten eignet1
- Vor der Fibrinbelag-Entfernung steht die Sicherheit des Patienten an erster Stelle. Berücksichtigt werden sollten daher folgende Faktoren1:
–  Lokalisation des Fibrinbelags
–  Zugrunde liegende Faktoren
–  Allgemeiner Zustand des Patienten
–  Qualifikation und Expertise des Behandlungsteams
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- Die zugrunde liegende Ursache des Fibrinbelags sollte identifiziert und behandelt werden1
- Es ist wichtig, Fibrinbelag von anderen vitalen Strukturen wie Faszien oder Sehnen abzugrenzen1
Zur Wundbeurteilung und Dokumentation finden Sie hier die Fragebögen: Wundanamnese und Wunddokumentation.
Wie können wir helfen?
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Literaturangaben
- Mayer, D.O. et al.(2024) ‘Best practice for wound debridement’, Journal of Wound Care, 33(Sup6b), S1-S32. doi: 10.12968/jowc.2024.33.Sup6b.S1
- Townsend, E.C. et al. (2024) ‘What is slough? Defining the proteomic and microbial composition of slough and its implications for wound healing’, Wound Repair and Regeneration : Official Publication of the Wound Healing Society [and] the European Tissue Repair Society, 32(6), pp. 783–798. doi: 10.1111/wrr.13170