Biofilm

Das Vorhandensein von Biofilm wird mit nicht-heilenden Wunden in Verbindung gebracht.1 Biofilm besteht aus einer Ansammlung von Bakterien, die sich in der Wunde festsetzen. Er ist ohne unterstützende Hilfsmittel wie beispielsweise ultraviolettes Licht mit bloßem Auge nicht sichtbar.2

Ein verändertes Wundmikromilieu kann die Toleranz von Bakterien gegenüber Antibiotika und antimikrobiellen Wirkstoffen begünstigen3. Daher ist es entscheidend zu verstehen, wie Biofilm in Wunden effektiv behandelt wird.

Warum sollten wir uns mit Biofilm befassen?

Verwendung der Fotos mit
freundlicher Genehmigung des Patienten

  • Biofilm = Ansammlung von Bakterien, die sich häufig in der Wunde festsetzen3
  • Es handelt sich um vitales, von Bakterien gebildetes Gewebe und unterscheidet sich somit von Fibrinbelag, der avitales Gewebe darstellt4
  • Er ist ohne unterstützende Hilfsmittel wie beispielsweise ultraviolettes Licht mit bloßem Auge nicht sichtbar2
  • Studien zufolge ist in über 78 % aller chronischen Wunden Biofilm vorhanden5
  • Biofilm ist an den Wundrändern und der Wundumgebungshaut besonders aktiv6
  • Das Debridement ist eine Strategie zur Unterstützung des Immunsystems bei der Bekämpfung von Biofilm-assoziierten Infektionen7
  • Debridement umfasst die Entfernung der mikrobiellen Belastung aus der Wunde, vor allem an Wundrändern und der Wundumgebungshaut6

In einer In-vitro-Studie zeigte Debrisoft® unabhängig vom Erreger eine signifikante Reduktion der Biofilmzellen8

Wie erkennen wir das Vorhandensein eines Biofilms?

Verzögerte…

…Heilung9

Geringes Ansprechen…

…auf die korrekte Therapie9

Anzeichen…

…einer lokalen Infektion9

Änderung…

…des Exsudationsgrads9

Schlechte Qualität…

…des Granulationsgewebes9

Verstärkte Schmerzen…

…an der Wundlokalisation9

Vorhandensein…

…eines kontinuierlichen, schleimigen, milchig-transparenten Films auf der Wunde, der sich nicht einfach abwischen lässt9

Die Reduktion der mikrobiellen Belastung in einer Wunde bei gleichzeitig minimaler Schädigung des gesunden lokalen Gewebes kann das Gleichgewicht zugunsten der Heilung verschieben.8

Proaktive Biofilmbehandlung9

Die Resistenz von Biofilm gegenüber topischen oder systemischen Antimikrobiotika erfordert einen proaktiven Behandlungsansatz

  • Durch wiederholtes physisches Entfernen kann Biofilm gestört und reduziert werden – etwa durch gründliches/aktives Reinigen oder Debridement
  • Verringert die Neubildung von Biofilm – durch den Einsatz antimikrobieller Wundauflagen oder topischer antiseptischer Präparate9

Beseitigt Hindernisse für die Heilung, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind

Vorher

Eine MolecuLight® Kamera macht Biofilm sichtbar. Links ist eine Wunde mit Zelltrümmern und Fibrinbelag dargestellt – Biofilm ist hier nicht erkennbar. Rechts zeigt das Bild den Biofilm unter ultraviolettem Licht, sichtbar in Grün und Rot7.

Nachher

Nach einer Debridement-Sitzung waren die grünen Bereiche verschwunden – der Biofilm wurde somit reduziert7.

Bei der zweiten Debridement-Sitzung konnte der überwiegende Teil des Biofilms zusammen mit den Zelltrümmern und dem Fibrinbelag entfernt werden7.

Wie können wir helfen?

Sie interessieren Sie sich für moderne Lösungen für die Wundversorgung? Unser Expertenteam steht Ihnen mit umfassendem Fachwissen und individueller Beratung zur Seite. Von der Auswahl geeigneter Produkte bis zur Vermittlung der neuesten Techniken in der Wundbehandlung – wir sind für Sie da.

Sprechen Sie uns an:

Literaturangaben

  1. Thaarup, I.C. and Bjarnsholt, T. (2021) ‘Current In Vitro Biofilm-Infected Chronic Wound Models for Developing New Treatment Possibilities’, Advances in Wound Care, 10(2), pp. 91–102. doi: 10.1089/wound.2020.1176
  2. Mayer, D.O. et al. (2024) ‘Best practice for wound debridement’, Journal of Wound Care, 33(Sup6b), S1-S32. doi: 10.12968/jowc.2024.33.Sup6b.S1
  3. Bjarnsholt, T. et al. (2022) ‘The importance of understanding the infectious microenvironment’, The Lancet. Infectious Diseases, 22(3), e88-e92. doi: 10.1016/S1473-3099(21)00122-5
  4. Metcalf, D.G. and Bowler, P.G. (2013) ‘Biofilm delays wound healing: A review of the evidence’, Burns & Trauma, 1(1), pp. 5–12. doi: 10.4103/2321-3868.113329
  5. Malone, M. et al. (2017) ‘The prevalence of biofilms in chronic wounds: a systematic review and meta-analysis of published data’, Journal of Wound Care, 26(1), pp. 20–25. doi: 10.12968/jowc.2017.26.1.20
  6. Murphy, C. et al. (2020) ‘Defying hard-to-heal wounds with an early antibiofilm intervention strategy: wound hygiene’, Journal of Wound Care, 29(Sup3b), S1-S26. doi: 10.12968/jowc.2020.29.Sup3b.S1
  7. Morris, C. and Timmons, J. (2018) Evaluating the removal of bacteria and biofilm with monofilament fibre debridement technology, compared to a cleaning product using a wound intelligence device [Poster], EWMA 2018. 9 May.
  8. Liepins, B. et al. (2023) ‘How clean is clean? In-vitro comparison of biofilm removal efficacy and cleaning characteristics of three debridement pads [Preprint]’. doi: 10.1101/2023.04.19.537160
  9. Wounds UK (2017) ‘Best Practice Statement: Making day-to-day management of biofilm simple’,Wounds UK.
  10. Percival, S.L. et al. (2015) ‘Biofilms and Wounds: An Identification Algorithm and Potential Treatment Options’, Advances in Wound Care, 4(7), pp. 389–397. doi: 10.1089/wound.2014.0574